, Frank Halter

Obersee Segelplausch vom Samstag, den 23. August 2025

Pünktlich um 11.30 Uhr fand das Skipper-Meeting statt. Alle Augen und Ohren der neun Teams waren gespannt, wie sich der Wettkampf heute zusammensetzen wird. Was alle schon wussten: Segelplausch steht das Vergnügen im Zentrum und nicht das Regattieren nach internationalen Regattaregeln. Für das Gesamt-Klassement werden drei Werte mit gleicher Gewichtung miteinander verrechnet.

 

Die erste Aufgabe setzte sich aus zwei Schätzfragen zusammen. In einem Einmachglas hat Helen Frank eine Vielzahl von trockenen «Hörnli» und eine kleinere Anzahl von Haselnüssen abgefüllt. Es galt nach Augenmass eine Schätzung abzugeben, wie viel Stück von beidem im Glas waren. Ja – Helen hat, währenddem die Segler auf dem Wasser waren, beides in Ruhe und genau nachgezählt. Die zweite Schätzfrage lautete: «Wie viel macht die Summe aller Zeiten aus, welche die neun Boote für den gesetzten Regattakurs brauchen?» Dabei konnte geklärt werden: Falls ein Schiff das Ziel nach 2.5 Stunden nicht erreicht hätte, dann zählt die Zeit nicht (DNF). Auch wurde geklärt, dass die effektiv gesegelte Zeit zum Tragen kommt und nicht die umgerechnete Zeit nach Yardstick. Vor diesem Hintergrund entstanden die lustigsten strategischen Überlegungen, was denn später auf dem Wasser passieren könnte.

 

Bei der zweiten Aufgabe war Geschicklichkeit gefragt. Fritz hat zu Hause in seiner Werkstatt vier Installationen zu einem Parcours gebaut. So galt es, mit einer alten Kübelpumpe der Feuerwehr zwei Bälle in unterschiedlicher Distanz und Grösse weg zu spritzen, ein Schild durch den Wasserdruck umzulegen und einen kleinen Kübel auf Distanz mit Wasser zu füllen. Geschicklichkeit beim Spritzen, aber auch beim Pumpen selbst waren notwendig, um hier in kürzester Zeit die Aufgaben zu erfüllen. Die Reihenfolge der Spritzmannschaften wurde ausgelost, wobei das Team des Präsidenten gleich den Anfang machen musste. Da es keinen Testlauf gegeben hatte, wurden alle Teams intensiv beobachtet, um von den Vorhergehenden zu lernen, was denn gut und weniger gut funktioniert. Toll, dass deshalb das erste Team am Schluss selbst nochmals an die Spritze konnte. Wir geben es offen zu: Als fast letztes Team an der Pumpe haben wir alle Optimierungen der Teams vor uns beobachten und für den eigenen Einsatz nutzen können, mit dem Ergebnis, dass wir hier eine Top-Zeit hingelegt haben für das Zwischenklassement.

 

Als dritte Aufgabe konnten wir aufs Wasser und – ja, es hatte sogar Wind. Drei Bojen waren für einen Dreieckskurs gelegt. Da wir aktuell keinen Regattaleiter haben, gab es die folgende Anweisung: Die Start- und spätere Zielboje muss auf Backboard-Seite passiert werden und eine Person auf dem Schiff muss die Boje mit der Hand berühren, was mit einem Foto festgehalten wird. Die Zeitmarke der beiden Bilder wurde dann später zur Berechnung der Segelzeit genutzt. Wichtig: Die Luv- und Leeboje wurden anschliessend auf Steuerboard-Seite gerundet. Die eigentliche Fahrt schildere ich aus unserer Sicht: Beim Start mussten wir einen zweiten Anlauf nehmen, da es mit dem ersten Fotoversuch nicht geklappt hatte. Schliesslich konnten wir als etwa 4. oder 5. Boot starten. An der Luv-Boje waren wir bereits auf dem 1. Platz und konnten den Geni ratz-fatz auf der Steuerboard-Seite setzen und direkt auf die Lee-Tonne zuhalten. Wir hatten super Wind und super Fahrt und setzten uns von Minute zu Minute vom Feld weiter ab. Der Sieg schien schon in Griffnähe. Rund 15 Meter vor der Lee-Tonne hatten wir plötzlich keinen Wind mehr und der Stander machte mehrfach seinen 360-Grad Rundgang. Was ist da nur los? Irgendwie kamen wir noch um die Boje, doch da blieben wir definitiv stehen. Und die anderen? Ja – sie alle hatten ausnahmslos Wind! Einer nach dem anderen fuhr um die Boje. Zuerst Arno, dann Ivo, dann Markus, dann Fritz und schliesslich auch noch Wämp (!). Da steht die Welt Kopf mit dem Endresultat, dass wir mit der J70 (!) auf dem letzten Platz gelandet sind. Unerklärlich und so viel zum Thema «Plausch» 😉. Wir hatten weder ein Fischernetz, noch Seegras, noch eine Untiefe erwischt – es ist einfach so, wie es ist. Gedanklich waren wir deshalb beim fünften Gesamtplatz. Da wir dann bei der Schätzfrage einen zweiten Platz machten, führte dazu, dass wir zusammen mit Markus und seinem Team den 2. Gesamtplatz am Schluss teilten und deshalb das Schreiben des vorliegenden Beitrags übernahmen.

 

Der Tag konnte mit einem guten Abendessen abgerundet werden. Die Küchen-Crew hat einen wunderbaren Apéro, ein Salatbuffet, feine Spaghetti mit Würsten und ein noch leckeres Dessertbuffet hingezaubert.

 

Herzlichen Dank an alle Organisatoren, Helfer und Köchinnen für den gelungenen Plausch-Tag!

 

 

Frank (White Pearl, 2. Platz, geteilt mit Markus)